Wenn eine der beiden Nieren erkrankt oder im Rahmen einer Operation entfernt wird, kann die andere Niere deren Funktion fast vollständig übernehmen. Wenn jedoch beide Nieren die Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktion nicht mehr erfüllen können, ist eine Nierenersatztherapie (Dialyse oder Nierentransplantation) notwendig.


Für die Hämodialyseialyse (Blutwäsche) benötigen Nierenspezialisten einen Zugang zum Gefäßsystem, um über diesen das zu reinigende Blut aus- und wieder einzuleiten. Grundsätzlich kann dies über einen AV-Shunt oder einen Katheter geschehen.

Ein AV-Shunt ist ein Kurzschluss zwischen Arterie und Vene, der meist operativ am Arm in Teilnarkose angelegt wird und ca. 6-8 Wochen vor Dialyse angelegt werden muss. Bei akutem Dialysebedarf wird ein HD Katheter, meist in lokaler Betäubung implantiert, der direkt nach Implantation genutzt werden kann.


Alternativ kann eine Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse, CAPD) erfolgen. Hierfür wird ein Katheter in den Bauchraum offen-operativ oder laparaskopisch-ssistiert (Bauchspiegelung) unter Vollnarkose implantiert. Die ideale Vorlaufzeit vor Dialysestart beträgt 2-4 Wochen.


Im Verlauf kann es bei AV-Shunts aufgrund des veränderten Blutflusses und der repetitiven Punktionen zu Einengungen oder Erweiterungen der Gefässe kommen, welche teilweise einer endovaskulären (kathetertechnischen) oder auch operativen Behandlung bedürfen.


Mit Beginn der Abklärung für einen Dialysezugang und über die gesamte, z.T. langjährige Dialysezeit arbeiten wir eng mit den Nierenspezialisten zusammen um einen individuell massgeschneiderten und bestmöglichen Zugang bieten und erhalten zu können.